Ausstieg aus dem Atomausstieg droht!
Die Meinungsumfragen in Deutschland sehen für die Bundestagswahl am 27. September 2009 eine Mehrheit für eine Schwarz/Gelbe-Koalition.
Sollte sich das als Ergebnis der Bundestagswahl realisieren, steht Deutschland ein Ausstieg aus dem Atomausstieg bevor!
Damit würde Deutschland dem Beispiel Italiens folgen. Dort hat vor zwei Wochen die italienische Abgeordnetenkammer den Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen (siehe hierzu bspw. den Spiegel-Artikel “Italien kehrt zur Atomenergie zurück“).
Für mich, der 21 Jahre alt war, als die größte Katastrophe in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Tschernobyl geschah, ist es erschreckend, dass in Deutschland alte Atomkraftwerke (AKW) nun nicht bald abgeschaltet werden sollen und sogar neue AKW gebaut werden könnten.
Wenn man dann noch bedenkt, dass es bisher kein sicheres Endlager für den extrem lange strahlenden Atommüll (radioaktiven Abfall) gibt und in letzter Zeit verstärkt Pannen im deutschen AKW Krümmel auftreten, wird mir ganz anders, sprich kotzübel!
Bleibt für mich nur zu hoffen, dass die Bundestagswahl nicht so ausgeht wie prognostiziert. Also wählen gehen!
Atommüll, Unfälle, erhöhte Krebsgefahr bei Kindern, die in der Nähe von Atomkraftwerken leben – es spricht so vieles dagegen. Und trotzdem wird hin und her diskutiert, wo es eigentlich keine Diskussion mehr geben dürfte. Dabei gibt es inzwischen wirklich saubere, zuverlässige Alternativen! Doch anstatt diese zu fördern und auszubauen, soll in neue AKW investiert werden. Weil der Strom so schön billig ist?
Es gibt noch etwas, was man neben dem Wählen tun kann: Auf sauberen Strom umsteigen, der vielleicht 5 Euro mehr im Monat kostet. Die sind aber gut investiert, in unsere Zukunft!
@Bettina
Der Atomstrom ist nur scheinbar billig, denn die Kosten durch den strahlenden Abfall sind kaum verlässlich zu beziffern; sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Risiken für die künftigen Generationen.
Der Umstieg auf einen Strom-Anbieter von regenerativen Energien ist in der Tat eine gute und wichtige Investition in unsere Zukunft.
Habe nun gehört, dass die Fortführung von Atomkraft die Preise nach oben drückt. Daher darf es keinen Ausstieg vom Atomausstieg geben.
Liebe Grüße Marika
@Marika
Davon habe ich noch nichts gehört. Hast Du Quellen oder gar Belege?
dass politiker nie vorausschauend denken und handeln können betrübt einen schon sehr und mach zudem politikverdrossen
wir müssen die energiewende schaffen!!!
@daniel
Ein Volk bekommt die Politiker, die es gewählt hat.
Wichtig ist aber auch, dass wir als Stromkonsumenten regenerative Energien nachfragen!
genau, wobei es in Deutschland eigentlich nur vier wirkliche Ökostrom-Anbieter gibt. das sind Greenpeace Energy, Lichtblick, EW Schönau und Naturstrom. Alle anderen produzieren nicht wirklichen Ökostrom und / oder gehören Konzernen die mit Atom- und Kohlekraft Geld verdienen.
Also wenn ich bei mir Ökostrom in Dortmund vergleiche, dann tauchen da viel mehr als nur vier Anbieter auf. Ich denke, die sind nicht teurer weil die quer subventioniert werden, sondern weil sie über bewährte und größere Vertriebsstrukturen verfügen.
Anstatt Mutmaßungen über Ökostrom oder nicht anzustellen, empfehle ich sich insoweit den aktuellen Test der Stiftung Warentest (12/09) zu gönnen.
Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen und man kann sicher sein, dass man nicht auf einen unseriösen Anbieter hereinfällt.
Wenn man sieht, wie lange alleine dieser Thread auf ist und was in der Zwischenzeit wieder alles passiert bzw. nicht passiert ist, wird deutlich, dass der Atomausstieg allein deswegen nur halbherzig ist, weil die konsequente Umsetzung alternativer Energiekonzepte nicht vorangetrieben wird. Woher soll dann all die Energie kommen, die benötigt wird? Solarenergie wird nicht mehr gefördert. Erdwärme zum Glück noch. Das intelligente Netz (Smart Grid) als Voraussetzung für eine attraktive Nutzung alternativer Energien ist noch nicht über den Pilotstatus hinaus.
LG
@T.F.
Traurig, aber wahr: Für das intelligente Netz wird es nun mehr Zeit geben, sofern nicht das Bundesverfassungsgericht den Ausstieg aus dem Atomausstieg – wegen fehlender Bundesratsbeteiligung – kippt. Wegen höherer Haftungsrisiken für die Bundesländer bei längeren Laufzeiten wäre wohl eine Bundesratsbeteiligung erforderlich. Hoffe, dass das Bundesverfassungsgericht das auch so sieht.
Es fehlt bei den Debatten über die Atomkraft oft der Tiefsinn und die Kompetenz in den Begründungen. Jetzt habe ich bei Erlbaum eine sehenswerte Internetseite gefunden, wo Jeder seine Bücher empfehlen kann, damit man für Diskussionen besser informiert ist. Ich finde das interessant, denn es wurde in Gesprächen in meinem Freundeskreis immer schnell emotionell und unsachlich. Außerdem waren die Begründungen alles andere als fundiert.
@Michel
Danke für Deinen Hinweis. Habe daraufhin dort das Buch Atom: die Geschichte des nuklearen Irrtums empfohlen und empfehle hier auch die Lektüre der neueren Blogbeiträge “Super-GAU in Kernkraftwerke Fukushima?“, “Der Beginn vom Ende des Atomzeitalters in Deutschland?” und “Energiewende: Was können wir dafür tun?“.