Google startet mit Knol Konkurrenz zu Wikipedia

Die Nachricht verbreitete sich über das Internet und die Blogosphäre im Eiltempo:

Google startet mit Knol eine Konkurrenz-Plattform zu Wikipedia.

Screenshot der Startseite von Knol

Folgende Besonderheiten zeichnen Knol, das für Knowledge (deutsch: Wissen) steht, aus:

  • Dieser neue Google-Dienst ist bisher nur auf englisch verfügbar.
  • Im Gegensatz zu Wikipedia behält jeder Verfasser die Kontrolle über seinen Beitrag. Damit können auch mehrere Beiträge zum selben Thema entstehen. Streitereien wegen Löschungen und Änderungen wie in Wikipedia dürfte es deswegen bei Knol nicht geben.
  • Andere Knol-Nutzer können jedoch sog. Reviews (deutsch: Kritik, Besprechungen) zu einem Beitrag schreiben und der Verfasser des Beitrags kann dann selbst entscheiden, ob er darauf hin seinen Beitrag überarbeitet oder nicht.
  • Andere Knol-Nutzer können Beiträge bewerten und unangemessenen Inhalt melden.
  • Im Gegensatz zu Wikipedia validieren die Seiten von Knol nicht. Offensichtlich haben die Macher bei  Google zwar gute Ideen, aber keine Webseitenersteller, die valide und semantische Seiten erstellen können. Wer weiß, vielleicht ist das auch der Grund, weswegen ich mit dem Firefox 3 mich bei Knol nicht anmelden kann, wohl aber mit meinen anderen Browsern Safari, Internet Explorer 7, Opera 9.5 und Flocks 1.2.3. Opera 9.5 wird von Knol nicht zum Schreiben von Beiträgen unterstützt!
  • Während Inhalte von Wikipedia unter die GNU-Lizenz gestellt sind, hat man bei Knol die Qual der Wahl. Drei Alternativen stehen zur Verfügung:
  • Benutzer können ihre Vertrauenswürdigkeit steigern, indem sie eine Namensüberprüfung per Telefon oder Kreditkarte durchführen. Allerdings können diese Möglichkeiten (bisher?) nur US-Amerikanern nutzen.

Das ist so mal im Schnelldurchlauf, was mir an Knol aufgefallen ist.

Ich persönlich glaube, dass Google Knol insbesondere auch wegen der teilweise seltsamen Kriterien, die bei Wikipedia für Beiträge gelten (wie etwa keine Verlinkung auf Blogs und Foren), Verbreitung und Akzeptanz finden wird. Allerdings wird die BETA-Phase für diesen Dienst angesichts der vielen Schwachstellen wohl besonders lange dauern. Aber das sind wir ja von Anwendungen des sog. Web 2.0 bereits gewohnt.

Ich persönlich ziehe es jedenfalls vor, Beiträge in meinem WordPress-Blog zu veröffentlichen oder im Bedarfsfalle ein eigenes Wiki mit der Open-Source-Software Mediawiki zu betreiben. Dann habe ich wenigstens valide und semantische Seiten sowie die Kontrolle über meine Inhalte.

Zum Schluss noch ein paar informative und weiterführende Links zu Knol:

17 Kommentare

  1. Markus sagt:

    … also bei mir klappt der Login mit FF 3 und Knol. Läuft allerdings über meine normalen Google Account. Ich habe es auch mal mit einem ersten Eintrag versucht, der allerdings über die Google Suche bisher nicht zu finden ist…

  2. Markus sagt:

    Eine Frage: Warum steht der „Unterrichte mich über die folgenden Kommentare durch Email“-Button so weit unten? – Habe ich bei meinem ersten Kommentar gerade glatt übersehen und „muss“ daher noch diesen nachschieben…

  3. Dieter sagt:

    … also bei mir klappt der Login mit FF 3 und Knol.

    Danke für die Info. Dann könnte es an einem meiner über 50 Addons im FF 3 liegen oder Google hat einen Fehler bei Knol behoben. Ich werde es mal testen und dann berichten.

    Warum steht der “Unterrichte mich über die folgenden Kommentare durch Email”-Button so weit unten?

    Weil ich da wohl ein Clearing-Problem habe, dass ich noch nicht gelöst habe. Steht aber auf meiner umfangreichen ToDo-Liste. Danke für den Hinweis.

  4. Markus sagt:

    … das war aber eine schnelle Rückmeldung. Dankeschön.

  5. Dieter sagt:

    … das war aber eine schnelle Rückmeldung. Dankeschön.

    … hatte gerade den PC hochgefahren und mir danach aber noch Jürgen Becker im WDR angesehen. 🙂

  6. Dieter sagt:

    Hallo Alex,

    habe wie Du mir Knol schon mal etwas angesehen.

    Im Gegensatz zu Dir habe ich allerdings noch keinen Knolbeitrag geschrieben. Hauptgrund war für mich neben der fehlenden deutschen Übersetzung, dass ich mich als Person in Deutschland nicht verifizieren und somit Vertrauen in meine Identität schaffen konnte.

    Ich gehe aber stark davon aus, dass das nur eine Zeitfrage ist.

    PS: Dein Gravatar hat was. 🙂

    Grüße zurück
    Dieter

  7. Alex sagt:

    Hallo,

    vielen Dank erstmals für die Erwähnung meines Blogposts zu Google Knol. Mein eigener Knol ist noch nicht online und ich werde mal ruhig abwarten, bis es in die Knol-Suchergebnisse hineinkommt.

    Damit Knol schnell für deutsche Nutzer durchstarten kann, muss es übersetzt werden, das ist ganz klar. Und dann wird man ja nach einigen Monaten sehen, ob da vermehrt deutsche Knols auftauchen.

    Grüsse…

  8. Alex sagt:

    Hallo Dieter,

    ja auf die Übersetzung ins Deutsche bin ich ebenfalls gespannt, da man dann mit dem Dienst vielleicht auch etwas anfangen könnte. Die Verifizierung muss auch für deutsche Bürger ermöglicht werden und nicht gleich per Handy. Eine andere Methode muss her, denke ich mir mal.

    Bei meinem Gravatar habe ich an die Computer-und-Internetbranche gedacht und habe etwas in der Sammlung gestöbert und etwas gefunden:).

    Gravatare sind eine gute Sache, aber es gibt da noch den Snapavatar, was ich gerade auf meinem Blog als Plugin nutze.

    Grüsse…

  9. Dieter sagt:

    Hallo Alex,

    habe über Google folgenden Hinweis von Dir auf das WordPress-PlugIn Snapavator in einem Kommentar Deines Blogs gefunden. 😉

    Ich nutze zudem auch noch Snapavatar, welches mir Snaps von den Blogstartseiten mit 80×80 anzeigt.

    Klingt interessant, allerdings sind mir 80x80px für meine Designvorstellungen zu groß. 🙁

    Grüße zurück
    Dieter

  10. Alex sagt:

    Hallo Dieter,
    naja Snapavatar passt eben nicht in jedes Blog, bezüglich der Darstellung und das habe ich auch bisher nicht auf vielen Blogs gesehen:).

    Aber schön, dass mein Blog so langsam überall im G-Index ist. Snapavatar 80×80 ist wohl in diesem Format, weil es sonst kein Sinn machen würde, wenn es kleiner wäre. Dann würde man von diesen Blogstartseiten nun erst recht gar nichts erkennen.

    Grüsse Alex…

  11. Oliver sagt:

    Ich bin auch mal gespannt, wie die Mehrsprachigkeit und Internationalisierung aussehen wird. Allerdings denke ich absolut nicht, dass Knol eine Konkurrenz zu Wikipedia ist. Ich laube auch nicht, dass Google es sich so gedacht hat. Deswegen hatte ich auch meine „11 Gründe wieso Google mit Knol keine Wikipedia Konkurrenz ist“ geschrieben.

    Übrigens, wenn jemand seine Erfahrungen mit Knol teilen möchte, da gibt es eine kleine Community zu:

    http://knolautoren.mixxt.de/

  12. Dieter sagt:

    Hallo Oliver,

    ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar, den Link und Deinen – wie ich finde – argumentativ sehr guten Beitrag, den ich noch unter den weiterführenden Links ergänzen werde.

    Ich teile Deine Auffassung, dass aktuell Knol keine Konkurrenz für Wikipedia ist. Allerdings bin ich mir da für die Zukunft nicht ganz so sicher. Konzepte lassen sich ändern und Wikipedia hat auch so seine Probleme.

    Beste Grüße
    Dieter

  13. Dieter sagt:

    @Markus

    … also bei mir klappt der Login mit FF 3 und Knol.

    Bei mir jetzt auch. Das Einloggen zum Schreiben eines Knols verträgt sich mit irgendeinem meiner vielen Addons für den Firefox nicht. Welches Addon da Probleme hat, habe ich noch nicht herausbekommen, aber ich arbeite dran. 😉

    Warum steht der “Unterrichte mich über die folgenden Kommentare durch Email”-Button so weit unten?

    Das war – wie bereits von mir vermutet – ein Clearingproblem des WordPress-PlugIns Subscribe to Comments. In der PHP-Datei des PlugIns clear:both in clear:left geändert und das Problem war gelöst. 🙂

  14. Markus sagt:

    Das war – wie bereits von mir vermutet – ein Clearingproblem des WordPress-PlugIns Subscribe to Comments. In der PHP-Datei des PlugIns clear:both in clear:left geändert und das Problem war gelöst

    Ja – jetzt sieht alles wieder sehr schön aus – vielen Dank.

  15. Ich glaube, die große Masse versteht den Unterschied zwischen Knol und Wikipedia. Knol gehört einem Unternehmen mit Gewinnabsichten. Wikipedia hat hier einen anderen Ansatz. Ich glaube nicht, dass Knol wirklich zur Konkurrenz wird.

  16. Robert sagt:

    ich kann mir auch nicht vorstellen dass Knol Wikipedia in Bedrängnis bringen kann. Wikipedia ist schon zu stark verankert. Mit einem neuen Projekt hat man es da immer schwer.

  17. Dieter sagt:

    @Robert
    Knol hat es gegen Wikipedia ähnlich schwer wie Buzz gegen Twitter. Das ist halt das Problem, wenn eine Nische bzw. ein Marktsegment bereits besetzt ist. Dann haben es in der Tat ein neues Projekt sehr schwer den Platzhirsch zu verdrängen.

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  1. KNOL - wikipedia KLON ? bei Miniblog

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